Digitaler Nomade, Ghostwriter, LinkedIn: Wie du als Solopreneur mit Persönlichkeit und Klarheit sichtbar wirst
Wer heute als Selbstständiger sichtbar sein will, kommt an LinkedIn kaum vorbei. Ghostwriter Marvin Sprute zeigt im Gespräch, wie er sich ein ortsunabhängiges Business aufgebaut hat, warum KI ihn (noch lange) nicht ersetzt und weshalb klare Kante im Content wichtiger ist als perfekte Business-Floskeln. Dazu gibt es eine Menge Praxis-Tipps für LinkedIn, Solopreneurship und das Leben als Digital Nomad.
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Marvin reist seit seinem 20. Lebensjahr um die Welt, hat mehrere Jahre am Stück unterwegs gearbeitet und Kapstadt als Winterbasis für sich entdeckt. Nach einer Ausbildung im Werbetexten wechselte er vom klassischen Copywriting zum Ghostwriting für Geschäftsführer und Unternehmer auf LinkedIn. Heute unterstützt er vor allem Firmen ab etwa 5 Millionen Jahresumsatz dabei, ihre Plattformlogik, Sichtbarkeit und Positionierung zu schärfen – mit Content, der weder steif noch generisch ist, sondern klar seine Handschrift trägt, ohne die Stimme der Kunden zu verfälschen.
Marvin war anfangs alles andere als LinkedIn-Fan. Zu steif, zu formell, zu weit weg von seinem eigenen Stil. Erst als er sich bewusst auf eine Plattform festgelegt und LinkedIn “durchgezogen” hat, kam der Durchbruch. Die Plattform hat sich gewandelt: weniger steif, mehr Persönlichkeit, mehr Freiheit. Heute zieht es sogar große YouTuber dorthin, weil LinkedIn zur zentralen Bühne für Personal Branding und B2B-Marketing geworden ist. Sein Schlüssel: Er hat aufgehört, zu gefallen, und angefangen, erkennbar er selbst zu sein. Weg von Anzug-Fotos und weichgespülten Formulierungen, hin zu Kante, Meinung und Ecken. Der Wendepunkt kam, als sein Bruder klar sagte: Man liest raus, dass du das nicht bist. Seit Marvin seine Sprache spricht statt Business-Floskeln zu imitieren, wächst sein LinkedIn-Profil, seine Reichweite – und vor allem: die Zahl der passenden Kunden.
Ghostwriting auf LinkedIn: Warum KI dich nur ersetzt, wenn du “nur Textlieferant” bist
Marvins Weg ins Ghostwriting begann klassisch digital: erst Ausbildung im Werbetexten, Fokus auf psychologische Texte, dann der Schritt zum Ghostwriter für Geschäftsführer auf LinkedIn. Er schreibt für Unternehmer, die über ihre Personenmarke Sichtbarkeit, Leads oder Recruiting-Power aufbauen wollen. Das Entscheidende: Er liefert nicht “nur Texte”, sondern denkt Plattformlogik, Marketing, Vertrieb und Relevanz mit. Genau dort sieht er den Unterschied zur KI. Ersetzt wirst du, wenn du einfach nur Worte aneinanderreihst. Schwer zu ersetzen bist du, wenn du das übergeordnete Ziel verstehst: Welche Rolle spielt LinkedIn im Funnel? Was braucht der Vertrieb? Welche Themen sind wirklich gefragt? Welche Tonalität trifft die Zielgruppe? KI-Texte erkennt man oft am Einheitsbrei – inklusive Formulierungen wie “zusammenfassend kann man sagen”. Menschen buchen ihn, weil er Ergebnisse liefert: Sichtbarkeit mit Wiedererkennungswert, Content, der zum Geschäftsmodell und zur Persönlichkeit passt, und eine Handschrift, die bewusst aneckt, ohne sinnlos zu provozieren.
Edgy statt austauschbar: Wie du Persönlichkeit zeigst, ohne Kunden zu verschrecken
Marvin gilt auf LinkedIn als “edgier” als viele andere: klare Ansagen, kontroverse Thesen, kein glatt poliertes Unternehmens-PR-Deutsch. Die Kontroverse ist aber kein reiner Marketing-Trick, sondern eine Mischung aus Strategie und Spaß. Anfangs schrieb er, um zu gefallen – heute schreibt er, um Wirkung zu erzielen und sich selbst treu zu bleiben. Der Effekt: Sein Content sticht im Feed heraus und zieht genau die Leute an, mit denen er auch wirklich arbeiten will. Er empfiehlt, die eigene Komfortzone bewusst zu dehnen: Stell dir einen Rahmen vor, in dem du dich noch wohlfühlst. Frag dich bei jedem Post: “Traue ich mich, das wirklich zu veröffentlichen?” Genau dort, wo es anfängt zu kribbeln, wird es meist spannend. Mit der Zeit verschiebst du diesen Rahmen nach außen und findest dein persönliches Level an Offenheit und Kante. So bist du auf LinkedIn authentisch sichtbar, ohne zur Karikatur deiner selbst zu werden – ein wichtiger Punkt, gerade wenn deine Zielgruppe eher “klassisch” unterwegs ist, etwa im Maschinenbau oder in etablierten B2B-Branchen.
LinkedIn richtig nutzen: Profil, Content, Kommentare und DMs als Wachstumshebel
Wer LinkedIn bisher nur als digitale Visitenkarte genutzt hat, verschenkt Potenzial. Marvin beschreibt die Plattform als System mit mehreren Säulen: ein klares Profil, relevanter Content, echte Interaktion in den Kommentaren und gezielte Direktnachrichten. Überall zählt dasselbe Prinzip: soziales Verhalten wird belohnt. LinkedIn ist Social Network, nicht schwarze Bretter für Pressemitteilungen. Für alle, die gerade erst starten, hat er eine einfache, aber wirksame Empfehlung: Die ersten 100 Posts als Lernphase begreifen und sich erlauben, nicht perfekt zu sein. Gleichzeitig hilft es, sich auf ein bis zwei Kernthemen zu fokussieren – sonst wissen die Leute irgendwann nicht mehr, ob du Ghostwriter, Maschinenbauer oder Blumendekorateur bist. Reichweiten-Content und Experten-Content sollten sich die Waage halten: Inhalte, die viele Menschen abholen, und Inhalte, die deine Expertise tief abbilden. Später kann man die Mischung anpassen – je nachdem, ob das Ziel Sichtbarkeit, Leads oder Markenaufbau ist.
Networking auf LinkedIn: Authentische Kontakte statt aufgesetzter “Coffee Chats”
LinkedIn lebt von Verbindungen, aber nicht jeder ist ein geborener Netzwerker. Marvin selbst ist eher der Typ, der Menschen beim Paddeln, Surfen oder Abendessen kennenlernt als beim klassischen Visitenkartentausch. Genau deshalb rät er, beim Content nicht zu schauspielern: Wenn du dich verstellst, ziehst du Leute an, mit denen du eigentlich gar nicht arbeiten willst – und dann wird jede Zusammenarbeit mühsam. Seine Erfahrung: Wer konsequent Content postet, der die eigene Persönlichkeit widerspiegelt, zieht automatisch ähnliche Menschen an. Aus Likes und Kommentaren werden Chats, aus Chats werden Video-Calls, aus Calls manchmal Freundschaften oder Kooperationen. So entsteht eine Community, die fachlich passt und menschlich funktioniert. Networking fühlt sich dann weniger wie Pflichtprogramm an, sondern eher wie ein natürlicher Nebeneffekt einer klaren Positionierung auf LinkedIn.
Digital Nomad Life: Freiheit ja – aber nur mit Struktur, Fokus und klaren Routinen
Kapstadt, Bali, Mexiko – Marvin lebt, was viele unter “Digital Nomad” verstehen. Aber er räumt mit einem hartnäckigen Mythos auf: Wer glaubt, ernsthaft am Strand mit dem MacBook zu arbeiten, wird scheitern. Erfolgreiche digitale Nomaden führen im Kern einen ganz normalen Arbeitstag – nur eben in einer anderen Zeitzone und bei besserem Wetter. Früh aufstehen oder später starten, Gym, feste Arbeitsblöcke, klare Strukturen: Ohne Routine gibt es weder gute Texte noch glückliche Kunden. Besonders wichtig findet er längere Aufenthalte: mindestens sechs bis acht Wochen an einem Ort, um nicht dauernd im organisatorischen Chaos zu stecken. Die Zeitzone spielt dabei eine entscheidende Rolle. Für ihn als Nachtaktiven ist Bali perfekt – späte kreative Phasen, Kunden in Europa am Nachmittag. Kapstadt bietet hingegen fast dieselbe Zeitzone wie Deutschland und ist ideal für Kundenkommunikation und LinkedIn-Postings am Morgen. Der Kern bleibt: Digital Nomad Life ist kein Dauerurlaub, sondern eine andere Art, denselben beruflichen Anspruch an anderen Orten zu leben.
Solopreneurship statt Agentur: Wie weit du allein kommen kannst – und was das Geschäftsmodell damit zu tun hat
Marvin ist derzeit bewusst Solopreneur. Er arbeitet ohne Mitarbeiter, betreut seine Kunden persönlich und genießt es, Entscheidungen schnell und eigenständig zu treffen. Eine Agentur mit Team ist für ihn kein Muss. Er sieht die Vorteile des Solopreneurship klar: hohe Flexibilität, direkte Kundenbeziehungen, überschaubare Komplexität und die Möglichkeit, mit digitalen Angeboten (wie Online-Produkten oder Programmen) auch ohne klassisches Team weiter zu skalieren. Gleichzeitig weiß er, dass ein Team auch persönlich wachsen lässt – Führung, Vertrauen, Delegation. Noch zögert er, weil er seine Arbeit nicht leichtfertig abgeben will und Qualitätsanspruch über blinder Skalierung steht. Spannend ist sein wichtigster Rat für angehende Selbstständige: Nicht entscheidend ist, wie stark du ruderst, sondern in welchem Boot du sitzt. Mit anderen Worten: Das Geschäftsmodell ist wichtiger als reine Fleißarbeit. Wer in ein schlecht skalierendes oder nachfragearmes Modell rennt, kann sich jahrelang abrackern und kommt trotzdem kaum voran. Ghostwriting und Copywriting sind für ihn Beispiele für Modelle, bei denen hohe Honorare möglich sind, ohne dass man weltbester Spezialist sein muss – sofern man ein Gespür für Menschen, Sprache und Plattformen wie LinkedIn hat.
Selbstständigkeit wagen: Warum es in Deutschland kaum ein echtes Risiko gibt
Marvin kennt die Hürde im Kopf vieler Gründerinnen und Gründer: Man bleibt Theoretiker, plant, analysiert, vergleicht – und startet nie. Er selbst hatte früher Excel-Tabellen voll mit Amazon-FBA-Ideen, Listen mit Businessoptionen, unzählige Videos geschaut, ohne ins Tun zu kommen. Beim Ghostwriting hat er sich dann bewusst zwei Jahre gegeben: Voller Einsatz, und wenn es nicht klappt, geht es eben zurück in ein Angestelltenverhältnis. Dieser innere Vertrag hat den Druck genommen und die Umsetzung erleichtert. Sein Blick auf Deutschland ist dabei nüchtern optimistisch: Wer hier nicht komplett neben der Spur ist, findet immer wieder einen Job. Das soziale Netz ist stabil, die Einstiegshürden sind niedrig, Teilzeit-Selbstständigkeit ist problemlos möglich. Darum sieht er in der Selbstständigkeit kaum echtes Risiko, sondern eher eine verpasste Chance, wenn man es nie versucht. Noch ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Viele landen zufällig im richtigen Moment im richtigen Markt. Wer spürt, dass jetzt ein Thema wie LinkedIn, Podcasting oder KI-Branchenlösungen wächst, sollte nicht zu lange zögern – sonst nutzen andere die Gelegenheit. Am Ende ist seine Botschaft klar: Ob als LinkedIn-Ghostwriter, Digital Nomad oder Solopreneur – es geht nicht darum, das perfekte Modell auf dem Papier zu haben, sondern darum, ins Machen zu kommen, ein gutes Geschäftsmodell zu wählen und sich auf einer Plattform wie LinkedIn mit Haltung, Klarheit und Persönlichkeit zu zeigen. Alles andere wächst unterwegs.
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