Wie du Stress, Frustessen und innere Antreiber in den Griff bekommst
Weihnachten, Jahresende, Stress, Frustessen und der Wunsch, „im neuen Jahr wird alles anders“ – genau darum dreht sich das Gespräch mit Petra Kuhn, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Ernährungspsychologin und frisch zertifizierte ZRM Coachin. Sie zeigt, warum guter Vorsatz und Unbewusstes oft gegeneinander arbeiten, wie das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) hilft, Stress zu reduzieren und Ernährungsgewohnheiten zu verändern, und weshalb echte menschliche Beziehung durch keine KI ersetzt werden kann.
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Petra Kuhn ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit Schwerpunkt Ernährungspsychologie und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Themen wie Stressmanagement, emotionalem Essen und Selbstwert. Neben ihren therapeutischen Weiterbildungen ist sie frisch zertifizierte ZRM-Coachin und verbindet klassische Präsenzarbeit in Praxis und Volkshochschulen mit innovativen Online Angeboten.
Viele kennen das: „Ich will 5 Kilo abnehmen“, „Ich möchte weniger Stress“, „Ab Januar mache ich alles anders.“ Diese Ziele entstehen meist im Verstand – aber das Unbewusste macht nicht mit. Genau hier setzt das Zürcher Ressourcenmodell (ZRM) an. Petra beschreibt es als Selbstmanagement Tool, das Menschen befähigt, selbst Experte für ihr Leben zu werden, statt sich dauerhaft auf die Meinung von Coaches oder Therapeuten zu verlassen. Im ZRM geht es darum, das Unbewusste mit dem Verstand zu synchronisieren: Was will mein Kopf – und was will mein Bedürfnis dahinter wirklich? Will ich wirklich weniger wiegen oder will ich mich frei, leicht und selbstbestimmt fühlen? Erst wenn Bedürfnis und Verstand in dieselbe Richtung schauen, entsteht eine innere Haltung, die tragfähig ist. Dann entstehen keine bloßen Vorsätze mehr, sondern haltbare Motive, die du im Alltag auch tatsächlich umsetzen kannst. Du lernst, dich selbst zu verstehen – und damit auch, dich selbst zu steuern.
Weihnachtsstress, Bewertungen und die Macht der inneren Haltung
Kurz vor Weihnachten schießt das Stresslevel vieler Menschen in die Höhe. Termine, Geschenke, Abschlüsse im Job, private To-dos – alles muss „noch schnell“ erledigt werden, als ob nach Silvester die Welt aufhören würde zu existieren. Aus „stille Nacht“ wird ein innerer Dauerlauf. Petra erlebt das in ihrer Praxis als regelrechten „Gefrierbrand“ an Stress: Auf einer Skala von 1 bis 100 steht Deutschland vor Weihnachten eher bei 90. Warum fällt es so schwer, einfach mal auf die Pausentaste zu drücken? Ein wesentlicher Grund liegt für sie in unserer Bewertung der Situation. Weihnachten „muss“ so sein, Silvester „muss“ knallen, das Jahr „muss“ perfekt abschließen. All das findet zuerst im Kopf statt. Gleichzeitig meldet sich das Unbewusste vielleicht mit einem ganz anderen Wunsch: Ruhe, Rückzug, Nähe statt Programm. Der Verstand denkt – aber das Unbewusste lenkt. Wenn beide nicht zusammenpassen, entsteht innerer Stress. Verändern können wir das nur, wenn wir unsere innere Haltung zu Ereignissen hinterfragen: Wie will ich eigentlich mit dieser Zeit umgehen – und was davon ist wirklich mein Wunsch und nicht bloß Erwartungsdruck von außen?
Frustessen und Ernährungspsychologie: Warum Wissen allein nichts ändert
Weihnachten, Stress und Essen gehören in vielen Familien untrennbar zusammen. Die Folge: Frustessen, Überessen, schlechtes Gewissen – und im Januar die nächste Diät. In Petras ernährungspsychologischer Praxis ist Frustessen ein Dauerthema. Meist hat es tiefe Wurzeln: Wie wurde in der Kindheit mit Frust umgegangen? War Essen Trost, Belohnung oder Identität? Esse ich Plätzchen wirklich, weil ich sie liebe – oder weil ich niemanden enttäuschen will? Hier stößt reines Coaching schnell an Grenzen, denn viele Muster sitzen tief und gehören in den therapeutischen Bereich. Klar ist: Das reine Wissen „Schokolade ist ungesund“ reicht nicht. Unser Gehirn hat über Jahre stabile Bahnen aufgebaut. Petra erklärt das bildhaft: Alte Gewohnheiten sind wie ausgetretene Wege, neue Verhaltensweisen sind anfangs nur ein Trampelpfad. Durch Übung, Achtsamkeit und ein klares inneres Motiv entsteht mit der Zeit eine neue neuronale Autobahn. Studien zeigen: Wirkliche Verhaltensänderung braucht mindestens sechs Monate, bis sie zur neuen Gewohnheit wird. Deshalb hält sie nichts von „Schnelllösungen“ in der Ernährungspsychologie und arbeitet mit längerfristiger Begleitung statt mit Versprechen à la „in 10 Tagen zum neuen Ich“.
Stressmanagement beginnt im Kopf: Innere Haltung statt nur Yoga und To-do-Listen
Rund um Stressmanagement gibt es zahllose Methoden: Yoga, Atemtechniken, Klangschalen, perfekte Planung. Alles kann hilfreich sein – aber oft bleibt es an der Oberfläche, wenn sich die innere Haltung nicht ändert. Petra beobachtet, dass viele Menschen das Gefühl verloren haben, selbst entscheiden zu dürfen, wie sie mit Situationen umgehen. Stattdessen lassen sie sich vom Strudel aus Ansprüchen, Social Media Idealen und eigenen Perfektionsansprüchen treiben. Ein wichtiger Schritt ist, sich zu fragen: Wie will ich mich in einer bestimmten Situation fühlen – und wie will ich handeln? Gehe ich bewusst langsamer, sage ich Nein, wenn es mir zu viel wird, oder renne ich mit, weil „man das eben so macht“? Wer seine Haltung klärt und sie mit seinen unbewussten Bedürfnissen in Einklang bringt, gewinnt ein neues Handlungsspektrum. Aus „Ich muss da durch“ wird „Ich entscheide, wie ich da durchgehe“. Das ist echter Stressabbau – von innen nach außen.
Online Angebote, Podcast und Community: Wie Ernährungspsychologie alltagstauglich wird
Um mehr Menschen mit ihren Themen zu erreichen, setzt Petra bewusst auf Online Angebote – ergänzend zu ihrer Präsenzarbeit. Sie bietet Vorträge und Workshops an Volkshochschulen, arbeitet in ihrer Praxis vor Ort und hat gemeinsam mit Kurt den Podcast „Darf es noch etwas leichter sein?“ gestartet. Viele Hörerinnen und Hörer begleiten ihre Inhalte inzwischen im Alltag: beim Pendeln, Gassi gehen oder abends vor dem Einschlafen. So werden Ernährungspsychologie, Stressmanagement und Selbstmanagement zu stetigen Begleitern im Alltag. Ab Februar startet Petra ihren ersten Online Kurs „Essen mit Sinn“, ein achtwöchiges Programm zur Ernährungspsychologie, das sich vor allem an Menschen richtet, die genau wissen, was ihnen nicht gut tut – Chips, Plätzchen, zu wenig Wasser, zu viel Alkohol – aber es nicht umgesetzt bekommen. Anschließend begleitet sie die Teilnehmenden noch drei Monate lang in einer geschlossenen Community: mit wöchentlichen Fragerunden, Austausch und Unterstützung. Denn sie weiß: Nach einem motivierenden Workshop fällt die Kurve schnell wieder ab. Nachhaltige Veränderung braucht Begleitung, Rückhalt und echte menschliche Beziehung – genau das bildet sie mit dieser Community ab.
Warum KI keine Therapeutin ist – und was echte Beziehung ausmacht
KI Tools wie ChatGPT sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie formulieren Texte, helfen beim Strukturieren, liefern Wissen in Sekunden. Gerade junge Menschen suchen dort zunehmend auch psychologische Ratschläge. Petra sieht das kritisch. Sie hat selbst mit einem eigenen KI Chatbot zu Verhaltensthemen experimentiert – und festgestellt: Bis zu einem gewissen Grad kann KI unterstützen, aber sie ist darauf ausgelegt, zu gefallen und zuzustimmen. In sensiblen Bereichen wie Depression, Trauma oder Essstörungen kann das gefährlich werden. KI ist kein qualifizierter psychologischer Berater und ersetzt weder Therapie noch fundiertes Coaching. Was fehlt, sind Empathie, Beziehung, echtes Gegenüber. Ein Mensch kann mitschwingen, lachen, Emotionen wahrnehmen, Trost spenden, Grenzen setzen. Gerade in einer Zeit, in der vieles digital und schnelllebig wird, erleben Petra und viele Kolleginnen, dass der Wunsch nach echter Begegnung wächst: nach einem Menschen, dem man vertraut, bei dem man sich „anlehnen“ und auch einmal aussprechen kann, was in keinem Feed Platz findet. Social Media und Online Angebote sind gute Wegweiser – aber die eigentliche Veränderung passiert von Mensch zu Mensch.
Fazit: Veränderung ist möglich – wenn Verstand und Unbewusstes an einem Strang ziehen
Ob Weihnachtsstress, Frustessen oder überhöhte Ansprüche an dich selbst: Die Lösung liegt selten in noch mehr Disziplin oder der nächsten Diät, sondern in einer anderen inneren Haltung und im Verständnis deiner unbewussten Bedürfnisse. Das Zürcher Ressourcenmodell, die Ernährungspsychologie und eine klare, wertschätzende Begleitung – ob im persönlichen Gespräch, in Präsenzseminaren oder in Online Kursen – helfen, neue neuronale Wege zu bauen und aus einem Trampelpfad eine Autobahn zu machen. Wer bereit ist, genauer hinzusehen, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen, kann Stück für Stück lernen, mit Stress anders umzugehen, Essen bewusster zu erleben und den eigenen Weg zu finden – jenseits von Perfektionismus, Schnelllösungen und reinen Kopfvorsätzen. Denn Veränderung braucht Zeit, Übung und Beziehung – aber sie ist möglich, wenn du dir erlaubst, dein eigener Experte zu werden.
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