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Podcast erstellen in 8 Schritten: Thema, Equipment, Produktion, Veröffentlichung

Podcasts erleben in Deutschland gerade einen riesigen Boom: sie werden immer beliebter. Wie auch du von diesem Boom profitieren und deinen eigenen Podcast erstellen kannst, erfährst du in diesem Beitrag. Dabei gehen wir auf alle einzelnen Schritte ein, die dir auf dem Weg zum fertig veröffentlichten Podcast begegnen: die Wahl des richtigen Themas und die Konzeption, der Kauf eines passenden Mikrofons, Aufnahme und Schnitt, Intro und Cover, Podcast-Hosting und die Veröffentlichung auf Spotify & Co., das Finden geeigneter Gäste und natürlich das Verbreiten deines frisch gelaunchten Podcasts.

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1. Podcast Thema / Konzept

Die Wahl eines geeigneten Themas ist eine sehr wichtige, grundlegende Entscheidung, die später nur schwer zu ändern ist. Deshalb solltest du dir über das Thema und ein geeignetes Konzept für deinen Podcast besonders intensive Gedanken im Vorfeld machen. In unserer täglichen Arbeit als Podcast-ProduzentInnen betreuen wir vor Allem GeschäftskundInnen, die mit ihrem Podcast das eigene Unternehmen oder ihre Produkte bekannter machen möchten. Diese KundInnen kommen meistens aus einer sehr speziellen Nische, in der sie absolute ExpertInnen sind. Es ist sehr wichtig, diesen ExpertInnenstatus zu nutzen und den eigenen Podcast thematisch auch auf das eigene Fachgebiet auszurichten, oder zumindest die eigene Expertise in geeigneter Form zur Schau zu stellen.

Trotzdem sollte nicht der Fehler gemacht werden, ausschließlich über Fachthemen zu sprechen, die nur eine ganz kleine Zielgruppe ansprechen. Denn damit würde die Reichweite des Podcasts äußerst gering bleiben, dieser in den Rankings kaum nach oben steigen und damit auch anderen potentiellen HörerInnen nicht vorgeschlagen werden. Eine gute Strategie ist es, das eigene Fachthema durch einige popkulturelle Elemente zu ergänzen, die auch eine breite Masse ansprechen. Dadurch schärfst du zum einen deine Marke als ExpertIn, sendest aber gleichzeitig auch nicht an der Masse der Menschen vorbei.

Falls du noch Inspiration zum finden deines Podcast-Themas suchst, haben wir dazu einen eigenen Beitrag erstellt, in dem wir dir einige weitergehende Tipps dazu geben.

Eine sehr wichtige Frage ist außerdem, welche Marketingziele du mit deinem Podcast verfolgst. Soll dieser nur imagebildend sein? Oder soll er konkret auf ein bestimmtes Produkt oder einen Service ausgerichtet sein? Und wie lässt sich der Podcast refinanzieren? Dazu können wir zunächst erst mal einen wichtigen Tipp im Voraus geben: das Schalten von Werbespots oder Sponsorings innerhalb des Podcast lohnt sich wirklich nur für die ganz großen Mainstream-Formate von InfluencerInnen oder Prominenten. Viel effektiver ist es, die eigenen Produkte oder zumindest das eigene Unternehmen innerhalb des Podcasts geschickt in Szene zu setzen. Wie das am besten funktioniert, ist sehr von deiner individuellen Situation abhängig und Teil unserer 1-zu-1-Beratung für PodcasterInnen.

👉 Tipp: Vermeide die 5 größten Fehler beim Podcast-Start!

2. Wahl des Mikrofons

Das Mikrofon ist ganz entscheidend für die Außenwirkung deines Podcasts. Es ist erwiesen, dass die technische Qualität ein immer wichtigerer Faktor dafür wird, ob ein Podcast länger als 5 Minuten durchgehört oder sogar abonniert wird. Deshalb sollte am Mikrofon nicht gespart werden. Leider gibt es sehr viele Mikrofone auf dem Markt, die vom Preis-Leistungsverhältnis überhaupt nicht überzeugen. Denn ein teures Mikrofon ist nicht automatisch auch gut. EinsteigerInnen, die Interviews über das Internet aufnehmen möchten, empfehlen wir insbesondere die USB-Mikrofone des Herstellers Rode. Das Modell Rode NT USB Mini* bildet dabei mit einem Preis um die 100€ den günstigsten Einstieg und ist zudem sehr handlich. Dieses Mikrofon kann daher auch Podcast-Gästen ganz einfach in einem Paket zugeschickt werden. Eine etwas höherwertiger Variante dieses Modell ist das Rode NT USB*.

Wenn du deine Interviews lieber face-to-face im gleichen Raum mit deinen GesprächspartnerInnen aufnehmen möchtest, bietet sich für den Einstieg ein mobiler Recorder mit SD-Karte an. Diesen Recorder kannst du in der Hand halten und der jeweils sprechenden Person “vor die Nase halten”.  Falls dir das zu umständlich ist, kannst du auch für jeden Gesprächspartner und jede Gesprächspartnerin einen eigenen Recorder aufstellen. Ein sehr guter Einstiegs-Recorder mit SD-Karte ist das Zoom H1n, das für ca 90 € erhältlich ist.

Wenn du ein größeres Budget zur Verfügung hast und dir ein professionelles, stationäres Studio für die Aufnahme deiner Podcasts aufbauen möchtest, kannst du mehrere einzelne Mikrofone kaufen, die mittels eines XLR-Kabels entweder an einen geeigneten mobilen Recorder (wie das Zoom H6*) oder an einem USB-Audio-Interface (wie das Focusrite Scarlett*) angeschlossen werden. Für jedes Mikrofon wird dann eine einzelne Audiospur aufgezeichnet, die nachträglich sehr flexibel bearbeitet werden kann.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Mikrofone mit weiteren Erklärungen findest du unter diesem Link.

* Bei den Links handelt es sich um Affiliate-Links.

3. Aufnahmetool / Schnittprogramm

Wenn du deinen Podcast zunächst allein aufnehmen möchtest, empfehlen wir die Kombination aus einem USB-Mikrofon (wie dem Rode NT-USB Mini*) und dem kostenlosen Schnittprogramm Audacity. Audacity ist gratis für Windows, Mac und Linux erhältlich und bietet grundlegende Schnittfunktionen, die für den Einstieg voll ausreichend sind, und ist zudem auch sehr einfach zu bedienen. Damit kann nicht nur eine Tonspur aufgezeichnet und mit einem Intro und Outro zusammengefügt werden, sondern der Sound kann mithilfe einfacher Tools wie Equalizer und Kompressor auch noch ein Stück optimiert werden. Zum Schnittprogramm Audacity haben wir bereits ein ausführliches Tutorial erstellt.

Wenn deine GesprächspartnerInnen sich nicht mit dir in einem Raum befindet, musst du zur Aufnahme auf ein Online-Tool ausweichen. Hierbei müssen wir ganz klar sagen: Online-Konferenz-Tools (wie Zoom, Skype, Microsoft Teams etc.) sind für die Aufnahme von Podcasts nicht geeignet, weil sie nur eine unzureichende Tonqualität bieten. Stattdessen solltest du ein Tool verwenden, das speziell für die Aufnahme von Podcast-Interviews entwickelt wurde, wie das in der Basisversion kostenlose Programm Studio-Link. Studio-Link kann für Windows und Mac heruntergeladen werden und ist sehr einfach einzurichten. Wie es im Detail funktioniert kannst du in einem weiteren, ausführlichen Beitrag von uns erfahren.

Die Aufnahmen aus Studio-Link können, ebenso wie die Aufnahmen mobiler Recorder, ganz einfach im Schnittprogramm Audacity bearbeitet werden.

Wenn du auf die Tonqualität deines Podcasts großen Wert legst oder dich nicht im Detail mit den Aufnahme- und Schnittprogrammen auseinandersetzen möchtest, kannst du die Produktion deiner Podcast-Aufnahmen auch an einen externen Dienstleister auslagern. Wir bieten unter anderem den Schnitt und das Mastering fertiger Podcast-Aufnahmen an, aber auch die technische Begleitung von Remote- und vor-Ort-Interviews. Wenn dieser Service für dich interessant ist, sende uns gern eine Anfrage und wir können gemeinsam besprechen, wie wir dich am besten unterstützen können.

* Bei dem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link.

4. Podcast Intro / Musik

Das Erste, was man in einem Podcast hört, ist meistens das Intro. Das Intro ist dafür gedacht, dem Podcast einen Wiedererkennungswert und ein professionelles Gesicht zu geben. Es ist nicht primär Funktion des Intros, Informationen zu vermitteln (das sollte durch den Moderator oder die Moderatorin geschehen) – stattdessen stellt das Intro einen ästhetischen Faktor da und sollte deshalb auch professionell erstellt werden.

Im einfachsten Fall kann das Intro aus einem instrumentalen Musikbett mit hohem Wiedererkennungswert bestehen, das während der Anmoderation im Hintergrund zu hören ist. Diese Lösung empfehlen wir besonders für InfluencerInnen und Persönlichkeiten, die allein durch ihre Moderationsweise schon einen hohen Wiedererkennungswert haben. Bei Corporate-Podcasts eignen sich dagegen Intros, die mit professionellen SprecherInnen produziert werden. Beim Einsatz von Musik sollten in jedem Fall auch die lizenzrechtlichen Bestimmungen beachtet werden. Manche Musikstücke sind nur für bestimmte Einsatzzwecke lizenziert oder bei der GEMA registriert. Musikbetten mit transparenten Lizenzen kannst du z.B. auf der Plattform Premiumbeat* erwerben.

Wenn du dir ein professionelles Podcast Intro und Outro mit einer Sprecherin oder einem Sprecher wünschst, schau dich gern einmal auf unserer Seite zum Thema Podcast Intros und Outros um. Dort findest du einige Hörbeispiele von Intros, die wir bereits produziert haben und einen Überblick über die SprecherInnen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wenn du dir noch unsicher bei der Formulierung des Textes für dein Podcast Intro bist, bekommst du einen praktischen Leitfaden mit weiteren Tipps in diesem Beitrag.

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5. Podcast Cover

Das Cover ist das wichtigste grafische Element eines Podcasts und mit der Vorderseite einer Musik-CD vergleichbar. Wer in den Podcast-Apps nach deinem Podcast sucht, bekommt neben dem Podcast Titel das Cover angezeigt. Es sollte daher ins Auge fallen und sich von anderen Podcast-Covern abheben. Mögliche grafische Elemente sind z.B. ein Foto der ModeratorInnen, das Logo oder der Podcast-Titel in einer gut sichtbaren Schriftart.

Ein Podcast Cover kannst du professionell von einer Grafikerin oder einem Grafiker gestalten lassen oder selbst mit einem Online-Grafik-Tool wie Canva erstellen (Canva Pro-Version*, Basis-Version). In Canva gibt es bereits einige praktische Vorlagen für Podcast Cover, sowie grafische Elemente und verschiedene Schriftarten, die du miteinander kombinieren und aneinander anpassen kannst.

* Bei dem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link.

6. Podcast Hoster

Damit dein Podcast von deinen HörerInnen abgespielt werden kann, muss er auf den wichtigsten Podcast-Plattformen verfügbar sein. Das sind im deutschsprachigen Raum vor allem die Apps Spotify und Apple Podcast, sowie Podcatcher von Drittanbietern, wie Overcast und Castbox. Auch Deezer und Google Podcasts werden immer bedeutender.

Dabei ist es nicht möglich, den Podcast direkt auf diesen Plattformen hochzuladen. Du benötigst stattdessen einen sogenannten Hoster, der mit einem Webserver vergleichbar ist, auf dem deine Audiodateien, Grafiken und Texte abgespeichert sind. Von diesem Hoster laden sich dann die Podcast-Plattformen automatisch alle Informationen herunter und spielen sie an die HörerInnen aus.

Im Bereich der Podcast Hoster gibt es verschiedenste AnbieterInnen mit unterschiedlichem Preis- und Leistungsumfang. Für EinsteigerInnen, die einen kostenlosen Hoster suchen und auf erweiterte Funktionen verzichten können, empfehlen wir den Anbieter AnchorFM. Wer die volle Kontrolle über alle technischen Einstellungen und Daten haben möchte, dem empfehlen wir den in Berlin ansässigen Anbieter Podigee.

Die Einrichtung des Podcast Hostings ist ein recht komplexes Thema, weshalb wir darauf in einem weiteren Beitrag ausführlicher eingehen. Daneben bieten wir die Einrichtung des Podcast Hostings auch als Servicepaket für unsere KundInnen an.

7. Podcast-Gäste

Für einen spannenden Podcast ist Lebendigkeit und Interaktion extrem wichtig. Monolog-Podcasts wirken meistens sehr eintönig und verkürzen die Aufmerksamkeitsspanne deiner HörerInnen enorm. Das beste Format für Podcasts sind immer noch Gespräche und Interviews. Sie sind authentisch, meist auch sehr lebendig und spiegeln am ehesten das Gefühl wieder, bei einer Unterhaltung zwischen zwei interessanten Menschen als ZuhörerIn dabei zu sein.

Die Gäste für deinen Podcast können am Anfang vor allem aus deinem eigenen Netzwerk stammen: FreundInnen, Bekannte und KollegInnen. Diese Menschen sind uns schon sehr vertraut und können uns deshalb auch ein bisschen die Nervosität vor dem ersten Interview nehmen. Sobald du deine ersten Podcast-Folgen veröffentlicht hast, kannst du auch andere interessante Personen aus deiner Branche anschreiben und als Gast in deinen Podcast einladen. Sende dabei immer einen Link zu einer aktuellen Folge mit, damit sich die Gäste eine Vorstellung davon machen können, wie das Gespräch ungefähr ablaufen könnte.

Deine Gäste sind auch ein sehr wichtiger Marketingfaktor, denn die meisten Podcast-Gäste Teilen nach ihrem Auftritt in deinem Podcast natürlich auch das eigene Interview in ihrem Netzwerk. Dadurch erreichst du eine ganz neue, große Zielgruppe, die deinen Podcast vorher vermutlich noch gar nicht kannte.

8. Promotion

Wenn dein Podcast auf den Plattformen Spotify, Apple Podcasts usw. verfügbar ist, wird er noch nicht zwangsläufig auch angehört. Du musst zunächst einiges an Eigenwerbung betreiben, um potentielle HörerInnen auf deinen Podcast aufmerksam zu machen.

Am besten eignet sich dabei der Einsatz von Social Media. Wenn du bereits bestehende Profile in den sozialen Netzwerken besitzt, solltest du diese nutzen, um möglichst oft auf deinen Podcast aufmerksam zu machen. Falls du noch keine Social-Media-Profile besitzt, kannst du auch eigene Profile für deinen Podcast erstellen. Für berufliche Themen eignet sich dabei insbesondere die Plattform LinkedIn, für lockere Themen eher die Plattform Instagram. Auch auf deiner Webseite solltest du ein auffälliges Banner platzieren, das auf deinen neuen Podcast verlinkt.

Es gibt außerdem einige smarte Formate, mit denen du aktuelle Podcast-Folgen in den sozialen Medien präsentieren kannst: z.B. die Zitate-Tafel und das Audiogramm. Wie du diese Content-Elemente ganz einfach selbst erstellen kannst und welche Tools dabei hilfreich sind, erfährst du in diesem Beitrag.

Fazit

Das Erstellen eines eigenen Podcasts macht großen Spaß, wenn man sich Schritt für Schritt den einzelnen Aufgaben widmet, die vor der ersten Veröffentlichung anstehen. Mithilfe der Beiträge und Anleitungen in unserem Blog kannst du die meisten Aufgaben auch als EinsteigerIn oder HobbypodcasterIn selbst erledigen.

Wenn du die Konzeption, Produktion und Vermarktung deines Podcasts lieber an einen externen Dienstleister auslagern möchtest, schreibe uns gerne eine Nachricht und lass uns darüber ins Gespräch kommen, wie wir dich am besten unterstützen können. Wir haben schon zahlreiche KundInnen in den Bereichen Startups, Stiftungen und Freelancer dabei unterstützt, einen erfolgreichen Podcast zu etablieren und können bestimmt auch für dich ein maßgeschneidertes Format entwickeln.

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